Praxis

Psychotherapie & Supervision

Eine Übersicht über die Praxis, meine Arbeitsweise und die Methoden, mit denen wir gemeinsam an Ihren Themen arbeiten.

Praxis in Dortmund-Kirchlinde

Die Praxisgemeinschaft

Ich arbeite in einer psychologischen Praxisgemeinschaft in Dortmund-Kirchlinde. Sie besteht aus fünf Diplom-Psychologen, drei Männern und zwei Frauen. Alle haben eine verhaltenstherapeutische Ausbildung mit Kassenzulassung und der Berechtigung zur Behandlung erwachsener Patienten in Einzeltherapie. Herr Beuschel ist auch zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen zugelassen.

Jeder Therapeut arbeitet selbständig und hat sein eigenes Konzept, das nicht unbedingt mit dem übereinstimmen muss, was ich auf dieser Website beschreibe. Ich habe mit den KollegInnen eine Zeit lang in der psychiatrischen Klinik zusammengearbeitet oder sie in der Psychotherapeutenausbildung supervidiert, so dass wir uns fachlich sehr gut kennen und eng und gern zusammenarbeiten. Wir machen regelmäßig kollegiale Supervision, die von der Psychotherapeutenkammer anerkannt wird.

Frau Schütte und ich bilden eine Gemeinschaftspraxis durch Jobsharing.

Haltung

Meine Arbeitsweise

Behandlungsraum der Praxis
Behandlungsraum in der Praxis Dortmund-Kirchlinde.

Wenn Sie zu mir in die Therapie kommen, bemühe ich mich um ein ganzheitliches Verstehen Ihrer Person und Ihrer Lebensumstände. Was bedeutet das? Wir alle spalten unser Leben in unserer Gedankenwelt auf in Arbeit, Freizeit, Beziehungen, Gesundheit, Ernährung, Bildung und viele andere Bereiche und vergessen häufig, dass in Wirklichkeit kein Lebensbereich getrennt von den anderen ist.

Das verursacht oft innere Konflikte zwischen unterschiedlichen Bedürfnissen und Anforderungen. Es kann auch sein, dass sich die Gedanken an einem Problemfeld festbeißen und Sie sehr unter Ihrer Einseitigkeit leiden. Ich halte es für notwendig, dass wir alle unsere Lebensbereiche ernst nehmen, natürlich nicht verbissen ernst, sondern soweit wie möglich mit Lebensfreude. Schließlich ist jeder Moment unseres Lebens kostbar. Ich habe in meiner Arbeit und in meinen persönlichen Erfahrungen festgestellt, dass die verschiedenen Tätigkeitsfelder und der Kontakt zu vielen Menschen, mit denen ich bis heute zusammenarbeite, mich außerordentlich bereichern und die Qualität meiner Arbeit sich durch den breiteren Blickwinkel verbessert. So wie ich meine unterschiedlichen Arbeitsfelder eng miteinander verknüpft sehe, so versuche ich das „ganze Leben“ eines Menschen zu verstehen, das viel mehr und tiefgründiger ist als seine einzelnen Aktivitäten, Gedanken, Probleme und Symptome.

Ich will Ihnen helfen, sich selbst zu verstehen. Das geschieht nicht, indem Sie meine Sichtweise über Ihre Probleme übernehmen. Mein Verstehen ist nur meine Anregung für Sie, bei sich selbst zu schauen. Psychotherapie ist für mich im Kern Hilfe zur Selbsterkenntnis. Wenn Sie sich selbst und Ihre angesammelten und konditionierten Reaktionsmuster verstehen, werden Sie nicht mehr in diese erlernten Fallen, die krank machen, tappen.

Das „Verstehen“ muss ein tiefes, nicht nur ein logisches oder intellektuelles Verstehen sein, sondern es muss vor allem das Gefühlsempfinden erreichen. Mit dem Klopfen gibt es inzwischen ein mächtiges „Instrument“, welches das Verstehen und Verändern auch in den unbewussten Strukturen auf eine erstaunlich einfache Weise unterstützt. Klopfen ist hilfreich sowohl für die Auflösung eines psychischen Problems wie auch in unserem Lebensalltag, wenn Sie von innen heraus leben wollen und nicht mehr nur auf die äußeren Umstände reagieren, um glücklich zu leben.

Methodik

Meine Therapiemethoden

Ich bin als Verhaltenstherapeut ausgebildet und arbeite unter Einbeziehung tiefenpsychologischer Elemente.

Praktisch wachsen die verschiedenen Therapierichtungen immer mehr zusammen und unterscheiden sich in manchen Punkten nur durch unterschiedliche Begriffe derselben Sache. So wie die einzelnen Therapiemethoden voneinander lernen und die Grenzen sich auflösen, so wenden die meisten Psychotherapeuten genauso wie ich alle Therapiemethoden an, von denen sie etwas Sinnvolles gelernt haben. Ich halte die immer noch bestehende Aufspaltung der Psychotherapie in verschiedene Schulen für überholt und unsinnig. Man kann die Psyche eines Menschen doch nicht getrennt in ihren Einzelteilen behandeln: das Verhalten durch die Verhaltenstherapie, die Gefühle und die Kindheit durch die Psychoanalyse und Tiefenpsychologie, das Denken mit der kognitiven Therapie, das Sich-Selbst-Finden in der Gesprächspsychotherapie, die Beziehungen zwischen den Menschen in der systemischen Therapie, den Ausdruck des Psychischen im Körper durch die Körpertherapie usw. Denn alle diese seelischen Elemente hängen eng zusammen.

Ich habe Kenntnisse und Erfahrungen in unterschiedlichen Therapieansätzen, die ich auch einsetze, wenn es in einer Therapie angebracht ist.

In der letzten Zeit arbeite ich intensiv mit achtsamkeitsbasierter Psychotherapie. Dabei geht es darum, dass der Patient erfahren kann, wie durch vollständige Aufmerksamkeit für die Gedanken und Gefühle, die gerade da sind, die Denkerei an ihr Ende kommt. Wenn der Geist still wird, sind neue Einsichten möglich. In der Therapie durch Klopfen erleben wir eine intensive Form von Achtsamkeit. Und wer das Klopfen in seiner Tiefenwirkung auch für sich allein nutzen kann, ist vielleicht gar nicht mehr auf einen Psychotherapeuten angewiesen. Die exzellente hypnotherapeutische Ausbildung durch Dr. Preetz ermöglicht mir darüber hinaus eine weitere enorme Vertiefung in der therapeutischen Arbeit.

Was es nicht alles gibt …

Ein Mensch in einer fremden Stadt fragt: „Wo geht es denn hier zum Bahnhof?“

Es antworten ihm …

  • ein Gesprächstherapeut: „Sie möchten wissen, wo der Bahnhof ist?“
  • ein Psychoanalytiker: „Sie meinen diese dunkle Höhle, wo immer was Langes rein- und rausfährt?“
  • ein Verhaltenstherapeut: „Heben Sie den rechten Fuß. Schieben Sie ihn nach vorne. Setzen Sie ihn auf. Sehr gut. Hier haben Sie ein Bonbon.“
  • ein Gestalttherapeut: „Du, laß es voll zu, daß Du zum Bahnhof willst.“
  • ein Hypnotherapeut: „Schließen Sie die Augen. Entspannen Sie sich. Fragen Sie Ihr Unterbewußtsein, ob es Ihnen bei der Suche behilflich sein will.“
  • ein Provokativ-Therapeut: „Ich wette, da werden Sie nie drauf kommen!“
  • ein Reinkarnationstherapeut: „Geh zurück in der Zeit – bis vor Deiner Geburt! Welches Karma läßt Dich immer wieder auf die Hilfe anderer Leute angewiesen sein?“
  • ein Familientherapeut: „Was ist Dein sekundärer Gewinn, wenn Du mich nach dem Weg zum Bahnhof fragst. Möchtest Du meine Bekanntschaft machen?“
  • ein Bioenergetiker: „Machen Sie mal sch…sch…sch…!“
  • ein Sozialarbeiter: „Keine Ahnung, aber ich fahr Dich schnell hin.“
  • ein Esoteriker: „Wenn Du da hin sollst, wirst Du den Weg auch finden.“
  • ein Hakomi-Therapeut: „Schließen Sie die Augen, entspannen Sie sich. Was taucht auf, wenn ich Ihnen sage: ‚Hier ist der Bahnhof.‘“
  • ein Soziologe: „Bahnhof? Zugfahren? Welche Klasse?“
  • ein NLP'ler: „Stell Dir vor, Du bist schon im Bahnhof! Welche Schritte hast Du zuvor getan?“
  • ein Coach: „Wenn ich Ihnen die Lösung vorkaue, wird das Ihr Problem nicht dauerhaft beseitigen.“
  • ein Benchmarker: „Kennen Sie jemanden, der ähnliche Logistikprobleme bereits erfolgreich gelöst hat? Wie läßt sich dessen Vorgehen sinnvoll auf Ihre Situation übertragen?“
  • ein Moderator: „Welche Lösungswege haben Sie schon angedacht? Schreiben Sie alles hier auf diese Kärtchen.“
  • ein Zeitplanexperte: „Haben Sie überhaupt genügend Pufferzeit für meine Antwort eingeplant?“
  • ein Manager: „Fragen Sie nicht lange. Gehen Sie einfach los.“
  • ein Priester: „Heiliger Antonius, gerechter Mann, hilf, daß er ihn finden kann. Amen.“
Beziehung

Die therapeutische Beziehung

Viel entscheidender für einen guten Therapieverlauf als die Theorien des Therapeuten ist nach meiner Überzeugung eine gute Beziehung zwischen Patient und Therapeut. Wenn es gelingt, offen und ehrlich miteinander umzugehen und sich auch der Kritik des Therapiepartners zu stellen, dann bestehen die besten Chancen, dass die Therapie dem Patienten hilft. Dieses Thema habe ich für Patienten ausführlich in meinem Buch „Tut mein Therapeut mir gut?“ dargestellt.

Eine kritische Reflexion der Therapeutenrolle habe ich in meinem Vortrag „Die blinden Flecke der Therapeuten“ dargelegt. Es geht darum, dass der Therapeut in der Therapiekrise die Verantwortung übernimmt und nicht dem Patienten offen oder unterschwellig die Schuld für Therapieschwierigkeiten oder das Scheitern einer Therapie zuschiebt. Dies ist nach meiner Überzeugung ein zentrales Merkmal einer qualitativ hochwertigen Psychotherapie.

Download: Die blinden Flecke der Therapeuten (PDF, 182 kB)

Spektrum

Behandlungsspektrum

Da ich viele Jahre in der Psychiatrie gearbeitet habe, bin ich mit nahezu allen psychischen Problemen, auch wenn sie sehr ausgeprägt sind, vertraut: Die verschiedenen Formen von Ängsten, Zwängen und Depressionen, Alkohol- und Tablettenmissbrauch, psychosomatische Beschwerden, Essstörungen, Schlafstörungen, sexuelle und partnerschaftliche Probleme, Pädophilie, berufliche Schwierigkeiten und Mobbing, sog. „Persönlichkeitsstörungen“, Kleptomanie, Kaufsucht und Spielsucht. Ich arbeite auch mit Menschen, die an einer Schizophrenie oder an einer Manie leiden oder die durch eine schwerwiegende körperliche Erkrankung wie z. B. eine Krebserkrankung belastet sind.

Psychosomatik – welche Dramatik

Das Leben will weiter,
doch der Kopf,
dieser Tropf,
hängt am Alten,
will es behalten.
Na, das wird ja heiter.
Wo finde ich Halt?

Ein Opfer der Not
dem Körper droht
als Lastesel billig.
Denn bist du nicht willig,
so brauch' ich Gewalt.

Du sollst nicht das Leben bestehlen,
sollst dich erden
durch die Beschwerden,
zu schauen
zu trauen
den Realitäten des Lebens. — W. S.
Medikamente

Psychopharmaka während der Psychotherapie?

Aufgrund meiner klinischen Erfahrung weiß ich, dass Psychopharmaka notwendig und sinnvoll sein können. Ich kenne allerdings auch die erheblichen Risiken. Vor allem beklagen viele Patienten, dass die Psychopharmaka nicht nur die negativen Gefühle reduzieren, sondern dass auch die positiven Gefühle nicht mehr in der ganzen Intensität empfunden werden können. Häufig beschreiben sie, dass sie sich gefühlsmäßig und geistig fühlen, als seien sie in Watte gepackt. Genauso gibt es auch Patienten, die keinerlei Beschwerden beklagen und froh darüber sind, dass es „ihre“ Medikamente gibt.

Psychologen dürfen berechtigterweise keine Medikamente verordnen, da sie keine ausreichenden pharmakologischen Kenntnisse haben. Die von Ärzten verordneten Psychopharmaka (Tranquilizer/Beruhigungsmittel, Antidepressiva, Neuroleptika) beeinflussen erheblich eine Psychotherapie. Das sollte berücksichtigt werden. Ich arbeite auch psychotherapeutisch mit Menschen, die Psychopharmaka einnehmen. Dann kann es manchmal auch notwendig sein, mit dem Arzt die ärztlichen und psychotherapeutischen Therapien aufeinander abzustimmen.

Die Verschreibungspraxis für Psychopharmaka hat sich in den vergangenen 10 Jahren erheblich verändert. Sie werden bei einer wachsenden Zahl von Patienten dauerhaft, und nicht nur in einer akuten Krise, verordnet, entsprechend den Empfehlungen der Pharmaindustrie. Mit einem riesigen Werbeaufwand werden die positiven Wirkungen propagiert, während die meisten negativ verlaufenen Studien nicht veröffentlicht werden.

Die Verantwortung für die Verschreibung von Psychopharmaka liegt beim Arzt. Doch der Patient muss mit den körperlichen, emotionalen und geistigen Nebenwirkungen zurechtkommen. Er sollte deshalb ebenfalls den Nutzen sowie Nebenwirkungen und Risiken aufgrund der Wirkungen, die er selbst verspürt, sorgfältig abwägen.

Die Panikstörung: Medikamente? Todesangst? (PDF, 31 kB)

Therapieplätze

Vergabe der Therapieplätze

Wichtiger Hinweis:

Neue Kassenpatienten kann ich bis auf Weiteres nicht mehr annehmen. Wir sind durch die Corona-Folgen vollständig ausgelastet.

Seit 2009 teilt die Kassenärztliche Vereinigung den Psychotherapeuten genauso wie den Ärzten nur eine begrenzte Menge an Therapien zu, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden.

Seit April 2012 arbeitet Frau Kathrin Schütte in meiner Praxis mit. Jetzt habe ich meine Kassenzulassung an Frau Schütte abgegeben. Im Jobsharing-Verfahren kann ich weiterhin die Behandlung einer sehr begrenzten Anzahl von Kassenpatienten abrechnen. Ehemalige Kassenpatienten von mir werde ich soweit wie möglich wieder behandeln. Neue Kassenpatienten kann ich bis auf Weiteres nicht mehr annehmen.

Ich bin im Psychotherapeutenverfahren der Gesetzlichen Unfallversicherung beteiligt und nehme kurzfristig Patienten an nach Arbeitsunfällen und bei Berufskrankheiten, wenn der Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse) die Kosten übernimmt.

Für Privatpatienten und Selbstzahler gibt es, soweit ich freie Termine habe, ansonsten keine Einschränkungen.

Meine Kolleginnen und Kollegen in unserer Praxisgemeinschaft führen meist ebenfalls eine Warteliste. Die Telefonnummern aller KollegInnen finden Sie im Impressum. Wenn Sie dort anrufen, können Sie Ihr Anliegen auf den Anrufbeantworter sprechen, sie rufen dann zurück.

Grundzüge

Wie entstehen psychische Probleme?

Warum produziert dieses hochentwickelte menschliche Gehirn, die komplizierteste bekannte Materie, die technologisch zu enormen Leistungen fähig ist und geistigen wie materiellen Reichtum zu schaffen vermag, diese vielfältigen psychischen Probleme? Warum können wir nicht glücklich leben und uns an die jeweils gegebenen Umstände optimal anpassen? Warum machen wir uns psychisch abhängig, manchmal sogar Jahre lang? (Beachte: Hier ist von psychischer Abhängigkeit die Rede, nicht von der finanziellen oder materiellen Abhängigkeit. Das ist ein anderes Problem, auch wenn oft die psychische und die finanzielle Abhängigkeit vermischt werden.)

Die positiven Gefühle sagen: Im Moment ist alles ok. Verständlicherweise wollen wir darin nicht durch negative Gefühle gestört werden. Deshalb bekämpfen wir unsere negativen Gefühle oder ignorieren und verdrängen sie, solange es uns möglich ist. Es ist nicht im Bewusstsein oder wird nicht ernst genommen, dass unsere negativen Gefühle die entscheidenden Mechanismen zur Korrektur unseres Denkens und Handelns für eine optimale Anpassung und damit für ein glückliches Leben sind. Wir benötigen sie genauso wie die Schmerzen, die auf Störungen der körperlichen Funktionen aufmerksam machen. Die negativen Gefühle schreien: „Hör auf, so weiter zu denken und zu leben. Du musst etwas korrigieren.“ Sie zeigen auch sehr klar auf, wenn wir von anderen Menschen schlecht behandelt werden und wir die passende Antwort nicht gefunden haben. Negative Gefühle zeigen sich auch indirekt durch psychosomatische Beschwerden und mitmenschliche Konflikte.

Wir haben Angst vor unseren Gefühlen und ihren Begleiterscheinungen. Uns wurde beigebracht, dass wir unsere Gefühle gefälligst unter Kontrolle zu halten haben. So versuchen wir, sie durch Denken, Konzepte und Theorien zu steuern. Und wenn unsere Gefühle uns Feindseligkeiten von anderen Menschen anzeigen, bagatellisieren wir diese womöglich. Diese Flucht vor der Realität gelingt nicht auf Dauer, sondern erzeugt irgendwann unsere Probleme. So wie unser Körper krank wird, wenn wir auf seine Signale nicht achten. Wie kommt das, dass dieses ansonsten so perfekte Gehirn und Nervensystem vor sich selbst Angst hat?

Schon sehr früh wurde uns beigebracht, dass wir unseren eigenen Gefühlen und Empfindungen nicht vertrauen dürfen. Damit wir funktionieren, wie es die Eltern, die Lehrer, die Kirche, wie es die ganze Erwachsenenwelt von den Kindern verlangt, muss zuallererst unser eigener Orientierungsapparat, das Fühlen und Empfinden, verunsichert, gestört, möglichst zerschlagen werden. Wir alle haben dies erlebt, wenn auch auf unterschiedliche Weise: durch Prügel und Schläge, durch Herabsetzen und Entwürdigen, durch Angst und Schuldgefühle, und auch durch Bestechung und manipulatives Loben und Belohnen.

Wenn jemand uns anders haben will, als wir empfinden, dann spüren wir dies als Konflikt mit dieser Person. Wenn wir die Ursache des Konflikts nicht durchschauen, weil wir beispielsweise als Kinder zu klein dazu sind, dann wird der äußere Konflikt zu einem inneren Konflikt. Unser Gehirn sammelt diese nicht geklärten Konflikte an, um sie irgendwann später hoffentlich lösen zu können. Wenn die Erinnerung daran hochkommt, tun diese Konflikte heute noch so weh wie damals, als sie entstanden sind. Dadurch können wir heute genauso wie damals als Kinder verängstigt, ausgenutzt und manipuliert werden – solange wir dies nicht durchschauen und uns davon befreien.

Warum beenden wir das nicht und vertrauen ab sofort unseren Gefühlen und Empfindungen? Es wurde nicht nur das Vertrauen zu uns selbst beschädigt, sondern uns wurde auch immer wieder eine Riesenangst davor gemacht, auf unsere Gefühle zu achten. Die meisten Religionen sagen, dass wir im Kern schlecht oder zumindest unfähig und ohne Gott verloren sind. Pädagogen sagen, dass die Kinder erzogen und begrenzt werden müssen, weil sie sonst nicht richtig funktionieren. Psychologen sagen, dass in unserem Innenleben solche Gefahren lauern, dass man mit Hilfe eines Psychospezialisten damit fertig werden kann. Die Psychopharmakaindustrie sagt: Du hast eine chemische Störung im Gehirn. Nimm unsere Pillen, dann funktionierst du wieder und musst dich nicht quälen. Die Werbung sagt: Geh shoppen, das lenkt ab usw. usw. Im Kern ist das alles derselbe Mechanismus: Du darfst dir selbst nicht trauen, du sollst den Versprechungen und Drohungen anderer folgen. Nur so können sie dich weiter für ihre Interessen benutzen.

So wurden und werden wir erzogen, uns als getrennt von uns selbst zu sehen, um besser für andere zu funktionieren. Das erzeugt psychische Probleme und Abhängigkeiten ohne Ende.

Denn unser Gehirn ist für unsere persönliche optimale Anpassung an das Leben da. Es arbeitet auf der Basis der beiden grundlegenden Tatsachen: Alles existiert nur im Jetzt. Wir sollen aber an dem Alten, an der Tradition festhalten und in Sorgen um Morgen ersticken, damit wir bloß nicht begreifen, was jetzt gerade mit uns geschieht. Alles ist miteinander verbunden. Wir sollen glauben, dass zwischen uns und den anderen immer ein Zwiespalt besteht, damit wir nicht auf die Idee kommen, dass es eine Art zu leben gibt, die allen gut tut. Solange wir uns diesen unaufhörlichen Einflüsterungen und Drohungen unterwerfen, sind wir verwirrt. Aber unser Gehirn sagt uns auch, wie wir aus der Verwirrung herauskommen, nämlich indem wir endlich uns selbst, und alles, was in uns ist, vor allem auch unsere negativen Gefühle, wahrnehmen und ernst nehmen. So lernen wir uns selbst und die Welt in der Gegenwärtigkeit und Verbundenheit realistisch wahrzunehmen.

Unsere Psyche hat zwei Grundbedürfnisse

  • Wir wollen in uns selbst Ordnung schaffen, damit es uns gut geht. In einer guten Psychotherapie werden Sie darin unterstützt und es werden Ihnen hilfreiche Anregungen gegeben. Einige Hinweise finden Sie auch auf meiner Website.
  • Wir wollen gute Beziehungen mit anderen Menschen haben, weil wir in guten Beziehungen glücklich sind. Wenn wir selbst verwirrt sind, können wir auch unsere Beziehungen nicht gut gestalten. Auch dies kann in der Therapie bearbeitet werden. Aber Beziehungen mit innerer Freiheit in der Realität zu leben, ist nicht so einfach. Wir können mit unseren Einsichten an Grenzen stoßen, die wir nur zusammen mit anderen überschreiten können.

Diese Zusammenhänge sind in meinem Buch „Es lauscht am Stein der Weisen – Raus aus dem Gefängnis von Psyche und Gesellschaft“ ausführlich und nachvollziehbar dargestellt. In meinen Infobriefen vertiefe ich diese Zusammenhänge an konkreten Beispielen.

Zum Modell des Selbstbewusstseins

Grafik: Modell des Selbstbewusstseins
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Methode

Klopfen

Was geschieht beim Klopfen?

Mit Klopfen können Sie unangenehme psychische Zustände beseitigen, und zwar nicht nur in einer Psychotherapie, sondern auch für sich allein als Selbsthilfe. Eine zentrale Voraussetzung für erfolgreiches Klopfen besteht darin, dass Sie bereit sind, alles, was sich in ihrem Leben an negativen Erfahrungen angesammelt hat, hochkommen zu lassen, damit sich die Angst davor auflösen kann. Sich den eigenen Gefühlen bedingungslos zu stellen, das ist vielleicht das Schwierigste, weil uns die Angst vor unserem eigenen Innenleben so verdammt tief in den Knochen sitzt und weil uns das Vertrauen in das eigene Empfinden abgewöhnt wurde. Deshalb ist der Abschnitt „Gibt es Risiken?“ besonders sorgfältig zu lesen.

In 35 Jahren psychotherapeutischer Arbeit in stationärer Psychiatrie und ambulanter Praxis habe ich viele Ankündigungen neuer, „vielversprechender“ Behandlungskonzepte und neuer, „hochwirksamer“ Psychopharmaka erlebt – und ihr Scheitern an der komplexen Realität der Psyche. Patentrezepte gibt es nicht. Als ich zum ersten Mal vom Klopfen hörte, hatte ich meine vorgefertigte Meinung und kein Interesse, wieder auf Heilsversprechungen hereinzufallen. In den Jahren vorher hatte ich für mich entdeckt, dass der stille Geist die Probleme löst, die der unruhige Geist geschaffen hat. Doch wie wird der Geist still, wie wird er vollständig achtsam? Das schien nicht so einfach. Eine sehr persönliche Erfahrung mit dem Klopfen durch Dr. Norbert Preetz, den „Hypnosedoktor“, machte mich hellwach. Beim Klopfen geschah etwas wirklich Neuartiges: Im Klopfen lösen sich negative Gefühle auf, ohne dass irgendetwas analysiert oder bekämpft werden muss.

Die Wirkung vom Klopfen erscheint auf den ersten Blick nicht glaubhaft. Klopfen kann jeder selbst, ohne Therapeuten, außer vielleicht zur Einführung. Nur wer die Wirkung des Klopfens erlebt, wird begreifen, was dabei im Innenleben geschieht. Ich habe eigene Erfahrungen mit dem Klopfen für mich selbst und mit meinen Patienten gesammelt.

Wenn wir negativ emotional belastet sind, können wir nicht intelligent und voll Liebe handeln. Die negative Belastung in einer konkreten Situation kommt aus den Erinnerungen an schlimme unverdaute Erlebnisse, die durch Denken gerade jetzt wieder aktiviert werden. Durch das Klopfen auf bestimmte Akupunkturpunkte, während die negativen GedankenGefühle zugleich benannt werden, kann das Gehirn nicht mehr über die Belastung nachdenken. Dadurch endet die Produktion negativer Gefühle. Wir werden wieder handlungsfähig und fühlen uns wohl dabei. Wir klopfen also nichts von außen in uns hinein. Durch das Klopfen wird das, was in uns ist, in unserem Bewusstsein offengelegt. Die negativen Emotionen lösen sich selbst im stillen Geist auf. Das klingt doch erst einmal höchst merkwürdig.

„Wenn am Anfang eine Idee nicht absurd klingt, dann gibt es für sie keine Hoffnung.“ — Albert Einstein, zitiert nach Michael Bohne

Der Ablauf des Klopfens

Ich klopfe, wenn es mir in irgendeiner Hinsicht nicht gut geht.

Vor Beginn des Klopfens

Ich beobachte meine momentane Belastung. Was beeinträchtigt meine freie Handlungsfähigkeit? Was stört und bedrückt mich oder macht mir Angst? Es können Probleme mit der Außenwelt sein oder einfach nur eine negative Verfassung oder eine unangenehme, unverstandene Körperreaktion. Die „richtige“ Formulierung für die Belastung zu finden, ist nicht entscheidend, sondern es geht um das Wahrnehmen der Belastung und der damit verbundenen Gefühle. Dann finden sich die passenden Worte von allein. Und wenn es z. B. nur die Feststellung ist: „Ich fühle mich nicht wohl und weiß nicht warum.“

Alles, was sich negativ anfühlt, kann geklopft werden, Gefühle, Gedanken oder Befürchtungen vor der Zukunft. Sehr nachhaltige Entdeckungen können Sie machen, wenn Sie beim Klopfen sich an unangenehme Situationen der Vergangenheit erinnern. Sie dürfen sich dann aber auch nicht abschrecken lassen von dem, was dann hochkommen mag (s. u.).

Klopfen auf den Karatepunkt

Ich beginne mit der Benennung, dass tief in mir drinnen eine positive Lebenshaltung ist, ohne die ich gar nicht leben könnte – auch wenn es mir manchmal schwer fällt, mir dies einzugestehen, wenn ich sehr negativ drauf bin. Denn alles, was lebt, will leben. Das ist ein Naturgesetz, also unabhängig davon, ob ich negativ oder positiv über mich und mein Leben nachdenke. Die Benennung der positiven Lebensenergie wird verknüpft mit der Benennung der Belastung. So wird die Belastung als Teil oder als Herausforderung für die Lebensenergie begriffen und kann mich nicht mehr ins total Negative ziehen, was negative Gefühle sehr oft machen. Diese grundlegend positive Lebenshaltung wird ausgedrückt durch Worte wie:

  • „Ich akzeptiere mich voll und ganz, auch wenn ich …“ oder
  • „Ich liebe und akzeptiere mich von ganzem Herzen, auch wenn ich …“ oder
  • „Ich liebe mein Leben und werde es so gut wie möglich gestalten, auch wenn ich …“
  • „Ich liebe mein Leben und alles, was um mich herum existiert, auch wenn ich …“

Hinter dem „auch wenn ich …“ schließt sich die Benennung der Belastung an, die ich vor Beginn des Klopfens bei mir festgestellt habe, z. B. auch wenn ich Angst vor der Prüfung habe, auch wenn ich total wütend auf meinen Partner bin, auch wenn ich mich über das schlechte Wetter ärgere usw. Manchen Menschen fällt es sehr schwer, sich selbst vollständig positiv zu sehen. Dann kann man am Anfang auch beispielsweise erst einmal sagen: „Ich versuche, mich voll und ganz zu akzeptieren, auch wenn ich …“. Später gelingt es dann meistens, die positiven Aussagen über sich selbst ohne diese Einschränkung zu machen.

Klopfen auf die Punkte 2. bis 8.

Hier werden nur die negativen Belastungen und Gefühle benannt. Dadurch, dass ich nicht mehr darüber nachdenke, werden sie nicht mehr gefüttert und lösen sich auf. Es können beim Klopfen neue Aspekte des Problems auftauchen, die ebenfalls ausgesprochen werden können. Ich kann an jedem Punkt einmal ein Wort oder einen Satz sagen. Oder ich kann es auch mehrfach wiederholen. Ich kann auch neue Aussagen machen, die gerade in mir aufsteigen. Es gibt keine Regeln, was man zu sagen hat, sondern es kommt nur darauf an, dass das Negative für mich in diesem Moment eine Bedeutung hat: z. B. „Angst vor Prüfung“ oder „Wut auf meinen Mann“ oder „Ärger über das Wetter“. Schon wenn Sie Ihren Ärger über das Wetter aussprechen, kann es sein, dass Sie die Unsinnigkeit dieses Ärgers fühlen. Das ist viel mehr, als sich zu sagen „Über das Wetter sich zu ärgern, ist unsinnig.“ Das können Sie sich nämlich zehnmal sagen und ärgern sich trotzdem weiter. Aber wenn Sie die Unsinnigkeit dieses Ärgers fühlen, hört er auf. Dasselbe Prinzip gibt es auch bei heftigeren negativen Gefühlen, vielleicht nur nicht ganz so schnell.

Wenn positive Gedanken und Gefühle auftauchen, kann ich sie aussprechen, sollte aber danach wieder zu dem negativen Belastungsthema zurückgehen und mich nicht nur am Positiven festhalten. Wir neigen dazu, uns ins positive Denken zu flüchten, nur um etwas Negatives, das wir empfinden, dadurch wegzudrücken. Aber das verdrängte Negative kommt immer wieder hoch, solange es sich nicht im Gefühlsleben geklärt hat. Klopfen klärt und verdrängt nicht.

Klopfen auf den Punkt 9.

Hier benenne ich noch einmal die negative Belastung, aber schließe dann das Klopfen mit positiven Äußerungen ab. Die positive Äußerung kommt aus dem Inneren hoch – und mag sie noch so „klein“ sein, z. B. „vielleicht sehe ich das Problem jetzt ein wenig anders“. Ich brauche keine großartige positive Erkenntnis produzieren. Jede Erwartung, was ich an Positivem durch das Klopfen erreichen will, stört nur, weil die Erwartung immer aus dem Denken kommt, und die Einsicht aus der Tiefe heraus verhindert. Ich muss das, was ich zum Schluss positiv sage, auch selbst glauben, sonst wirkt es nicht. So steht am Anfang und am Ende das Positive, das Negative wurde nicht verdrängt, sondern intensiv bearbeitet. Alles andere erledigt der stille Geist, unsere natürliche ungestörte Intelligenz „von allein“. Es erfolgt also eine wirkliche Auflösung des Negativen in uns. Das ist ein echter Effekt, ganz anders als die hohlen Sprüche vom „positiven Denken“.

Wie geht es mir nach dem Klopfen?

In den meisten Fällen geht es mir besser. Aber geht es mir auch schon richtig gut? Das überprüfe ich, indem ich einschätze, wie stark die Belastung, die ich vor dem Klopfen festgestellt habe, noch ist, und zwar auf einer Skala von 0 (nicht mehr vorhanden) bis 10 (maximal vorstellbare Belastung). Wenn ich durch das Klopfen nicht bei 2, 1 oder 0 angekommen bin, schaue ich mir noch einmal meine Belastung an, und dann klopfe ich noch einmal. Ich kann mehrere Klopfdurchgänge hintereinander durchführen. Dies sollte ich auch tun, damit die Belastung ganz beendet wird. Denn nur dann wirkt das Klopfen auch nachhaltig. Was richtig weggeklopft ist, kommt nicht wieder, auch wenn andere ähnliche Aspekte, die noch nicht geklopft wurden, auftauchen können. Durch das Klopfen werden wir also wieder optimal handlungsfähig, weil die Störung beseitigt ist.

In wenigen Fällen wirkt das Klopfen nicht. Dann prüfe ich, ob ich mich wirklich auf die Belastung eingelassen habe und die Gefühle gespürt habe, oder ob ich nur oberflächlich die Worte gesprochen habe, aber im Denken ganz woanders gewesen bin. Wenn ich ernsthaft bei der Belastung bleibe, während ich sie anspreche und klopfe, kann der Geist sich nicht ablenken, und es gibt immer eine Wirkung.

In manchen, eher seltenen Fällen geht es nach dem Klopfen schlechter, nämlich dann, wenn man ein tiefes unbewusstes Problem berührt. Dies kann vor allem auch hochkommen, wenn man eine schlimme Erinnerung beklopft. Dann wurde durch das Klopfen eine negative „Schale“ weggeklopft und dahinter wird eine noch größere, bisher verdrängte Belastung sichtbar und fühlbar. Ich kann nun das neue Problem wie das vorherige ebenfalls klopfen. Falls dies zu keiner Verbesserung führt, kann ich das Klopfen fortführen. Ich kann es auch vorerst beenden und lasse diese „Entdeckung“ erst einmal in Ruhe wirken. Aber ich bleibe mir dessen bewusst, ohne diese Erfahrung wieder verdrängen zu wollen. Vielleicht gehe ich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal an dieses Thema heran, wenn ich mehr Zeit und Ruhe habe. Oder ich suche das Gespräch mit einer Vertrauensperson, mit der ich das Problem zusammen klopfen kann. Denn die meisten dieser tiefen Probleme sind entstanden in einer Situation, in der man sich sehr, sehr einsam gefühlt hat, so dass man große Angst vor diesem Gefühl hat und vielleicht sich nicht zutraut, es allein zu klopfen.

Wie sich der heilsame Effekt nach dem Klopfen anfühlt, kann ich nicht allgemeinverbindlich beschreiben. Es ist eine Form von mehr oder weniger starker Erleichterung verbunden mit einer Klarheit darüber, was jetzt zu tun ist und einem Nachlassen eventuell vorhandener psychosomatischer Beschwerden. Wirklich erfassen kann jeder die Wirkung des Klopfens erst, wenn er oder sie dies selbst erlebt hat.

Gibt es Risiken beim Klopfen? Kann man Fehler machen, dass das Problem schlimmer wird?

Soweit ich es sehe, gibt es einen sehr bedeutsamen Aspekt, den man beachten muss: Wenn durch das Klopfen ein schlimmes negatives Gefühl auftaucht, das unter einem weggeklopften negativen Aspekt zum Vorschein kommt, darf man dies nicht wieder zu verdrängen versuchen. Denn das ist nicht mehr möglich. Den Geist bekommen Sie nicht mehr in die Flasche zurück – um es mit diesem Bild zu verdeutlichen. Der innere Kampf gegen ein negatives Gefühl verstärkt dieses immer mehr, in Extremfällen bis zum Unerträglichen. Das negative Gefühl ist Ausdruck eines Erlebnisses, das verdrängt wurde und nicht verstanden werden konnte, weil es unerträglich war. Wenn ein solches Gefühl aufkommt, mag es sich zwar sehr schlimm anfühlen, aber nur solange, bis es sich klärt und auflöst. Dieser Prozess des „Anschauens“ und Klärens ist nicht gefährlich, mag sich das Gefühl, das hochkommt, auch noch so schlimm anfühlen. Denn es ist nur ein Gefühl und eine Erinnerung und keine wirkliche neue Bedrohung. Erst wenn man versucht, trotzdem das zu verdrängen, was man nicht mehr unterdrücken kann, dann kann ein unerträglicher innerer Konflikt entstehen. Denn wenn immer das DenkenFühlen sich verheddert in inneren Konflikten, kann es auch zu einem destruktivem Verhalten führen.

Wenn Du mit dem Klopfen begonnen hast, dann höre nicht auf, solange noch eine anhaltende Unruhe in dir ist bei dem Thema, das du geklopft hast. Denn das, was du aufgewühlt hast und nicht vollständig klärst, d. h. bis du wieder zur Ruhe kommst, kann dich sehr belasten.

Du kannst, aber musst nicht sofort weiter klopfen, wenn es dir zu heftig erscheint oder wenn der Zeitpunkt dafür ungünstig ist. Es reicht, wenn du dir ernsthaft vornimmst: Da gehe ich später noch einmal dran, oder da hole ich mir Unterstützung durch eine nahestehende Person. Wenn dir keine geeignete Person einfällt, die ein Interesse an dir und am Klopfen hat, kannst du dir auch eine/n Therapeuten/in deines Vertrauens suchen. Du musst dir auch keinen Zeitdruck machen, um unbedingt schnell an das aufkommende Problem herangehen zu wollen. Es läuft nicht weg, auch wenn es in den Hintergrund tritt, weil das Leben mit seinen immer neuen Herausforderungen deine Aufmerksamkeit für andere Dinge fordert. Die unverdauten alten Themen werden in passenden neuen Situationen wieder auftauchen und zum „rechten“ Zeitpunkt angegangen werden können. Hauptsache ist, dass du es nicht wieder unterdrücken willst. Wenn du dich entscheidest, das Klopfen für alle aufkommenden Probleme im Alltag zu nutzen, hast du die Chance, dein ganzes Leben in Ordnung zu bringen. Voraussetzung dafür ist, dass du begriffen hast, dass das Unbewusste nicht gefährlich ist, sondern nur der Widerstand dagegen die Angst vor den Erinnerungen bis ins Unerträgliche steigern kann. Wer diesen Zusammenhang begriffen hat, stellt sich auch zuversichtlich möglichen heftigen Überraschungen aus dem Unbewussten.

Kann man auch gute Gefühle in sich hinein klopfen?

Ja und Nein. Wenn ich entschlossen bin, mich mit allen negativen Gefühlen, die in mir hochkommen mögen, auseinander zu setzen und sie nicht mehr zu verdrängen, dann kann ich auch positive GedankenGefühle zu ihrer Verstärkung und zur Nachhaltigkeit klopfen.

Wenn ich jedoch die positiven Gefühle nur deshalb klopfen will, um die negativen wegzumachen, dann wird dies nicht wirklich funktionieren, sondern die verdrängten Probleme nur verstärken.

Die verlogenen „guten“ Gefühle, die sich gegen andere richten wie Schadenfreude oder Lust auf Gewalt, lassen sich nach meiner Beobachtung nicht herbei klopfen. Tief in unserem Bewusstsein ist die Notwendigkeit echter Gemeinsamkeit verankert, über die wir uns nur durch unsere auf „schön“ getrimmten Gedanken hinweg betrügen können. Der Pädophile ist niemals wirklich glücklich beim Sex mit Kindern. Die Freude des erfolgreichen Betrügers währt nicht lang, er muss weiter betrügen, um den Kick wieder zu bekommen. Der lustvolle Hass, wenn der „feindliche“ Fußballverein geschlagen wurde, verdeckt nur vorübergehend die Freudlosigkeit des eigenen Lebens.

Der stille Geist lässt sich nicht betrügen und eine Harmonie vorspiegeln, wenn sie nicht wirklich da ist.

Wie geht „Klopfen“ praktisch?

Ich beschreibe erst einmal nur das „Gerippe“, das unkomplizierte Grundprinzip. Man klopft bei sich selbst und zwar auf drei verschiedene Arten auf die neun Akupunkturpunkte:

  • Den 1. Punkt mit der Handkante der anderen Hand,
  • die Punkte 2.–6. mit Mittel- oder Zeigefinger,
  • die Punkte 7.–9. mit allen Fingern.

Ob man die rechte oder linke Hand nimmt oder die linke oder rechte Seite klopft, ist egal, man kann auch die Seiten zwischendurch wechseln. Man sollte die Systematik nicht verbissen ernst nehmen. Es ist auch nicht schlimm, wenn man einen Punkt absichtlich oder versehentlich auslässt.

Die Akupunkturpunkte

  1. Karatepunkt an der Handkante der Hand in der Mitte (am Ende der mittleren Handlinie)
  2. Beginn der Augenbraue neben der Kopfmitte
  3. Auf dem Knochen der Augenhöhle an der Seite vom Auge
  4. Auf dem Knochen der Augenhöhle in der Mitte des Auges unter der Pupille
  5. Vertiefung unter der Nase und über dem Mund
  6. Vertiefung zwischen Unterlippe und Kinn
  7. Im Winkel unter Schlüsselbein zum Brustbein
  8. In der Seite ca. 10 cm unter der Achselhöhle
  9. Der höchste Punkt in der Mitte des Vorderkopfes

Die Intensität der Gefühle

  1. Wir können beginnen, negative Gedanken „wegzuklopfen“. Das ist einfach und funktioniert oft.
  2. Wesentlich wirksamer wird das Klopfen, wenn wir dabei unsere Gefühle direkt benennen. „Ich habe Angst, allein dazustehen.“ „Ich bin wütend auf meinen Freund.“ usw.
  3. Die stärksten Effekte gibt es, wenn man sich während des Klopfens erinnert an frühere, beispielsweise kindliche Erlebnisse, in denen man dieses Gefühl schon einmal erlebt hat und es unterdrückt wurde. Man erinnert sich z. B., dass man als Kind nicht wütend über Ungerechtigkeiten sein durfte und für seine Wut sofort bestraft wurde. Diese Erinnerung an das Gefühl „Wut“ und „Ungerechtigkeit“ unter dem Einfluss des Klopfens löst die Angst vor dem Gefühl „Wut“ auf und auf einmal sehen wir wieder klar, wo Ungerechtigkeit ist. Das befreit von der Angst vor den eigenen Gefühlen und lässt uns freier leben. Wenn man das erste Mal in die Kindheit geht, ist es hilfreich, eine Vertrauensperson dabei zu haben. Denn das ist meistens viel heftiger, als wir es uns vorher vorstellen konnten. (s. Risiken beim Klopfen)

Eine App zum Klopfen

Regina und Rainer Franke haben eine hübsche und nützliche App (0,89 €) zum Klopfen gemacht. Sie nennen das Klopfen „Meridian Energie Technik“, MET2 ist die App. Ihre Erklärung über den Wirkungsmechanismus des Klopfens teile ich nicht. Aber das ist ja auch nicht wichtig. Man kann mit Hilfe der App sehr einfach klopfen. Und wenn du meinen 1. und den 9. Punkt mit den entsprechenden positiven Aussagen noch dazu klopfst, vergrößerst du meist die Wirkung.

Klopfen ist keine Glaubenssache

„Eine merkwürdige Choreographie ist derweil in der Berliner Praxis zu bestaunen. Im Kreis sitzende Menschen klopfen sich rhythmisch mit den Fingerspitzen auf Stirn, Oberlippe, Kinn und weitere Körperregionen. ‚Wir üben hier die Stimulierung bestimmter Druckpunkte, die das Verlangen nach einer Zigarette zu überwinden helfen‘, erklärt der Kursleiter. ‚Die Technik ist angelehnt an die Akupressur, eine Therapieform der traditionellen chinesischen Medizin, und dient der Rückfall-Prävention.‘ Die Wirksamkeit soll zusätzlich unterstützt werden durch autosuggestive Gedankenformeln, die während der Kopfmassagen gemurmelt werden. Es hört sich ein wenig nach katholischem Gottesdienst an, wenn die Gemeinde liturgische Formeln spricht.“ — DGUV Arbeit & Gesundheit, Heft 5/6 2013, S. 24

Der Leiter dieses Raucherentwöhnungskurses beschreibt, wie das Klopfen seiner Meinung nach wirkt, nämlich durch die Akupressur. Das Klopfen auf den Körper sei entscheidend, die autosuggestiven Gedankenformeln seien nur eine zusätzliche Unterstützung. Diese Erklärung, wie man dadurch zum Aufhören mit dem Rauchen kommt, erscheint rational nicht fassbar. Deshalb riecht ein so begründetes Klopfen nach Glauben und Kirche.

Ich sehe die Beziehung zwischen dem Klopfen und den dazugehörigen Gedanken genau anders herum. Das Klopfen ist das Hilfsmittel. Entscheidend aber ist die Korrektur der inneren Gedanken- und Gefühlswelt. Jemand, der aufhören will, weiß um die Schädlichkeit des Rauchens, um bei diesem Beispiel zu bleiben. Das Gehirn bleibt durch das Klopfen bei dem negativen Empfinden gegenüber dem Rauchen. Und erst durch das Klopfen nimmt man ungeschminkt und ohne Ablenkungen die vollständige Wahrheit zur Kenntnis, wie zerstörerisch das Rauchen ist – und kann dann ohne Kampf damit aufhören. Durch den Klopfreiz kann das Gehirn sich nicht mehr selbst „belügen“ mit Gedanken, wie schön das Rauchen sei, und Rechtfertigungen, warum man nicht aufhören könne. Wenn man einmal darauf achtet, kann man beobachten, wie durch das Klopfen das Nachdenken verhindert wird.

(Ich gebe hier kein generelles Urteil über das Rauchen ab, sondern ich spreche von dem, was in einem Menschen vor sich geht, der mit dem Rauchen aufhören will und es irgendwie nicht schafft.)

An das Klopfen muss man also nicht glauben. Jeder, der klopft, kann den von mir beschriebenen Mechanismus selbst überprüfen. Die erstaunliche Veränderung tritt ein, weil die Flucht von den Gefühlen in die Gedankenkonstruktionen unterbrochen wird und so die (persönliche) Wahrheit ans Licht kommt. Das können Sie mir glauben. Doch wie gesagt, glauben wird Sie nicht weiterbringen. Entdecken Sie selbst die Wirksamkeit des Klopfens, dann haben sich die Glaubensfragen erledigt.

Hypnose

Hypnose und Therapie

Vorinformation zur Hypnose

Ich teile Ihnen ein paar Wahrheiten über die Hypnose mit, die Sie vermutlich noch nicht kennen.

Die erste ist, dass es kein solches Ding, genannt „Hypnose“, gibt. So etwas gab es nie und wird es nie geben! Mein Ausbilder hat schon mit vielen Menschen gearbeitet, aber er hat noch nie jemanden hypnotisiert. Es gibt nur eine einzige Form der Hypnose, nämlich die „Selbsthypnose“. Jede Form der Hypnose ist Selbsthypnose. Für eine reine Hypnose bräuchten Sie mich eigentlich gar nicht. Sie können selbst lernen, in diese wunderbare, tiefe Entspannung zu gehen. Sie können sich auch selbst Suggestionen für positive Veränderungen geben, wenn Sie wissen, wie es funktioniert.

Hypnose kann jeder erlernen, und Menschen lernen dies tagtäglich überall auf der Welt. Es ist keine Hexerei, sondern sehr einfach. Alles, was ich für Sie tun kann, ist, Ihnen dabei behilflich zu sein, in die Selbsthypnose zu gleiten. Ich bin wie Ihr „Tour Guide“. Später können Sie die Selbsthypnose auch allein anwenden.

Ich erläutere hier die Technik der Hypnose. Für bestimmte therapeutische Maßnahmen in der Hypnose – das wird Hypnotherapie genannt – ist meistens schon ein Therapeut notwendig.

Wenn Sie es mir also erlauben, so werde ich Sie als Ihr Bergführer in die Hypnose begleiten. Laufen müssen Sie aber selbst. Ich werde Ihnen zeigen, wie Sie in diesen wunderbaren Zustand der Hypnose kommen können. Sie werden die körperliche Entspannung und die mentale Wachsamkeit spüren. Mit dem leisesten Gedanken können Sie jederzeit wieder zurück in den normalen Zustand des Bewusstseins.

Das Allerwichtigste ist, dass Sie meine Suggestionen mit der einzig wirksamen Einstellung akzeptieren „Ich mag sie und ich weiß, sie wird funktionieren.“, dann wird die gewünschte Veränderung eintreten. Ich gebe Ihnen die Suggestion, aber NUR SIE können die Veränderung zulassen. Die Wörter hoffen, versuchen und probieren gehören nicht zur Hypnose. Wenn eine Suggestion, die Sie selbst für richtig halten, Zugang zu Ihrem Bewusstsein erlangt, dann treffen Sie die Entscheidung: „OK, ich mag diese Suggestion und ich weiß, dass sie funktionieren wird.“ Dann wird sie auch wirken. So einfach ist es!

Nebenbei bemerkt: Wenn Sie die Wörter hoffen, versuchen und probieren aus Ihrem persönlichen und beruflichen Wortschatz streichen, werden Sie sehen, dass Sie sich bereits innerhalb weniger Tage viel besser fühlen werden.

Hypnose beruht also zu 100 % auf Kooperation. Sie müssen die Suggestionen zulassen, die ich anspreche. Wenn Sie Ihnen nicht gefallen, werden Sie diese sofort mit einem Abwehrgedanken verwerfen, und die Veränderung wird nicht eintreten. Jeder Mensch mit einem IQ von mindestens 70 ist sehr tief hypnotisierbar, wenn er es will. Das Einzige, was eine Person davon abhält, in Hypnose zu gehen, ist Angst vor der Hypnose – oder wenn sie eine falsche Vorstellung davon hat, was Hypnose wirklich ist. Wie schnell ist das möglich? Wenn man es einmal kennengelernt hat, kann es so schnell wie ein Fingerschnippen sein! So einfach ist das.

Viele glauben, dass man schläft, wenn man in Hypnose ist. Nun, dem ist nicht so, denn Ihr Verstand ist 2-3 Mal so aktiv wie normalerweise. Dieser Zustand hat absolut nichts mit Schlaf zu tun. Im Gegenteil, Sie sind sehr aufmerksam und aufnahmefähig. Einige Menschen befürchten, dass sie aus der Hypnose nicht mehr „aufwachen“. Das ist wirklich wahr, denn ich selber habe noch nie jemanden gesehen, der aus der Hypnose aufgewacht ist. Man kann nur aufwachen, wenn man schläft! Wenn Sie also nicht schlafen, dann können Sie auch nicht aufwachen. Wortklauberei? Ja, aber wir gebrauchen Wörter in unserem Beruf. Und Wörter sind alles, was wir haben. Der korrekte Ausdruck ist: „Sie kommen aus der Hypnose heraus.“ Es genügt der leiseste Gedanke daran, dass Sie nicht mehr in diesem Zustand bleiben wollen, und Sie befinden sich augenblicklich wieder in Ihrem normalen Bewusstseinszustand.

Eine andere, weit verbreitete falsche Vorstellung besteht in dem Glauben, der Hypnotiseur könne die Menschen völlig unter Kontrolle bringen, sie benutzen, missbrauchen und dazu bringen, Dinge gegen ihren Willen zu tun. Ich wünschte, dies wäre wahr, denn dann könnte ich Ihnen den Erfolg unserer Therapie garantieren. Aber erinnern Sie sich an die Entscheidung zu den Suggestionen und an die einzige Wahl, die auch funktioniert: „Ich mag sie, ich weiß, dass sie funktioniert.“ Diese Wahl kann ich Ihnen nicht aufzwingen. Deshalb sind Sie letztlich alleine für die Wirksamkeit verantwortlich. Sie alleine sind auch verantwortlich für das Aussteigen aus der Hypnose.

Einige Leute haben die falsche Vorstellung, dass sie mir in der Hypnose ihre dunkelsten, intimsten Geheimnisse verraten. Dies werden Sie nicht tun, denn Sie sind ja viel wacher und aufmerksamer als zum Beispiel jetzt gerade. Wenn Sie mir etwas nicht sagen wollen oder aber ich eine Frage stellen sollte, die Sie nicht beantworten wollen, dann werden Sie mir auch keine Antwort geben. Niemand kann Sie dazu bringen, etwas zu erzählen, was Sie nicht möchten. Es gibt hier überhaupt keinen Zwang. Im Normalzustand ist es sogar einfacher als in der Hypnose, Sie auszutricksen. Denn in der Hypnose sind Sie viel aufmerksamer. Es bleibt also immer Ihre Entscheidung, worüber Sie in einer Therapie sprechen, ob mit oder ohne Hypnose.

Einige Leute sagen: „Moment mal, ich verstehe zwar, was Sie sagen, aber ich habe einen Bühnenhypnotiseur gesehen, und ich weiß, dass er die Leute kontrolliert hat. Ich habe Leute gesehen, die wie Hunde gebellt haben oder ähnliche Sachen.“ Lassen Sie mich erklären, wie das funktioniert: Der Showhypnotiseur kommt auf die Bühne, gibt eine kurze Einleitung zum Thema Hypnose und sucht dann, indem er verschiedene Tests macht, diejenigen Zuschauer aus, die freiwillig mitmachen wollen – aber auch ganz speziell diejenigen, die Spaß haben wollen. Er nimmt eine ganz gezielte Selektion vor und arbeitet am Schluss nur noch mit den Kandidaten, die am besten geeignet sind, in ganz kurzer Zeit hypnotisiert zu werden und auch die Öffentlichkeit nicht scheuen. Auch noch während der Show eliminiert er weitere Kandidaten, um nur noch mit dem Kern der Freiwilligen zu arbeiten. Diese Leute legen aufgrund ihrer positiven Einstellung zur Hypnose folgende mentale Anschauung an den Tag: „Ich mag diese Suggestionen, ich möchte, dass sie funktionieren“ – und siehe da, sie funktionieren wirklich. Somit schließt sich auch wieder der Kreis zur eigentlichen Therapieform der Hypnose.

Showhypnose basiert also auf denselben Prinzipien wie die Hypnosetherapie. Man hat immer die Wahl, eine Suggestion entweder zu akzeptieren oder aber sie abzulehnen. Wenn man sie nicht möchte, wirklich nicht möchte, dann wird die Suggestion abgelehnt und es tritt keine Veränderung ein. Und noch niemals konnte sich ein Straftäter damit herausreden, dass er unter Hypnose stand. Viele haben dies schon probiert, aber die Behauptung, dass man in der Hypnose fremdgesteuert ist, ist wissenschaftlich nicht haltbar. Sie sehen also, es liegt an Ihnen.

Manchmal werde ich gefragt, wie hoch denn eine Erfolgsrate in der Hypnotherapie ist. Die Erfolgsrate ist sehr hoch. Ich weiß ziemlich genau, was meine Patienten benötigen und wie ich vorzugehen habe, um jemandem erfolgreich zu helfen. Zusätzlich zu meinen anderen therapeutischen Erfahrungen habe ich meine Ausbildung bei einem der besten deutschen Hypnosetherapeuten, Dr. Norbert Preetz in Magdeburg, erlernt.

Wenn Sie die Suggestionen akzeptieren und die korrekte Einstellung an den Tag legen („Ich mag diese Suggestion und ich weiß, sie wird funktionieren“), dann werden auch Sie nachhaltige Veränderungen erleben. Im persönlichen Gespräch stellen Sie bitte alle Fragen, die Sie noch haben, damit wir auch die letzten noch vorhandenen Punkte besprechen können. Hypnose ist wirklich eine wunderbare Sache, in der wir therapeutisch hochwirksam arbeiten können. Und mit der Selbsthypnose können wir unser Leben positiv und vor allem nachhaltig verändern.

Selbsthypnose

Folgendes Vorgehen in eine Selbsthypnose mit 4 Schritten ist sehr leicht zu erlernen:

  1. Atmen Sie tief ein und halten Sie die Luft an, damit sich im Körper Spannung aufbaut. Dann beim Ausatmen schließen sich die Augen, und Sie entspannen sich.
  2. Sie wollen in die Tiefenentspannung. Deshalb haben Sie keine Lust mehr die Augen zu öffnen. Testen Sie jetzt, ob die Augen noch aufgehen. Wenn die Augen sich nicht mehr öffnen lassen, gehen Sie zu 3. Die Tiefenentspannung hat begonnen. Wenn die Augen wieder aufgehen, beginnen Sie wieder bei 1. Das können Sie mehrfach wiederholen, bis die Augen geschlossen bleiben.
  3. Jetzt breitet sich die Entspannung von den Augen aus in den ganzen Körper hinein. Dazu stellen Sie sich vor, dass eine Welle der Entspannung von Ihren Augen durch den Körper geht, bis in die Beine, in die Füße bis in die Zehenspitzen hinein. Der ganze Körper ist jetzt entspannt.
  4. Sie gehen die Entspannungstreppe, indem Sie rückwärts von 10 bis 1 zählen. Jede Zahl ist eine Stufe der Treppe, und mit jeder Zahl gehen Sie tiefer in die Entspannung. In diesem Raum der Tiefenentspannung gibt es keinen Maßstab mehr, ob Sie „tief genug“ entspannt sind. So wie es ist, ist es gut, und Ihr Raum der Tiefenentspannung dehnt sich immer weiter.

Die Selbsthypnose können Sie nutzen, um sich einfach und rasch zu entspannen. Den Zustand der Tiefenentspannung können Sie aber auch sehr vielfältig nutzen, um negative Energien aufzulösen und Ihr Tiefenbewusstsein positiv zu beeinflussen.

Ich empfehle Ihnen das Buch von Dr. Norbert Preetz „Nie wieder Angst“. Er beschreibt darin sehr gut verständlich, wie man Selbsthypnose und auch das „Klopfen“ für die Bewältigung eigener psychischer Probleme einsetzen und seine positive Lebensenergie verstärken kann.

Erfahrung

Psychiatrie

Wegkreuzung im Wald
Welcher Weg ist wohl der richtige?

Die psychiatrische Klinik

Die Qualität einer psychiatrischen Klinik hängt nicht nur von den Ärzten und Psychologen ab. Die Krankenschwestern und -pfleger, Sozialarbeiter, Ergotherapeuten, Musik-, Tanz- und Körpertherapeuten, letztlich alle, die dort arbeiten, können einen bedeutsamen Einfluss auf den Behandlungserfolg nehmen. Vor allem spielt auch die Atmosphäre einer Klinik und die Zusammenarbeit mit den anderen organmedizinischen Abteilungen und mit der Verwaltung eine Bedeutung für die Behandlung.

Die psychiatrische Therapie im Krankenhaus garantiert also nicht automatisch einen Erfolg, auch wenn man es sich als Patient wünscht. Wenn Menschen aber in seelische Krisen geraten, die ambulant nicht mehr zu bewältigen sind, kann eine stationäre Behandlung sinnvoll sein. Für die Patienten, die auf die Klärung ihrer Probleme durch Gespräche angewiesen sind, ist es von besonderer Bedeutung, dass diese Gespräche tatsächlich auch stattfinden und nicht nur eine Behandlung mit Psychopharmaka erfolgt. Deshalb sollten Patienten dieses Anliegen auch gegenüber dem behandelnden Arzt zur Sprache bringen. Es ist nicht selbstverständlich, dass auf die Probleme der Patienten in der Psychiatrie ausreichend eingegangen wird. Vielfach werden als Behandlung nur Psychopharmaka verabreicht, ohne den wirklichen Problemen auf den Grund zu gehen. Außerdem berichten Patienten aus Kliniken, dass es nicht akzeptiert wurde, wenn sie keine Psychopharmaka einnehmen wollten.

In einem Gesprächskreis von Psychotherapeuten stellten wir mit Erstaunen ganz ähnliche Kommentare von Patienten fest, was ihnen in der Klinik geholfen habe: Der gute Kontakt der Patienten miteinander sei ihnen die wichtigste Hilfe gewesen. Weil jeder weiß, dass alle anderen auch Probleme haben, sonst wären sie nicht in der Klinik, entstehe häufig eine große heilsame Offenheit untereinander.

In vielen Fällen bietet sich nach dem Klinikaufenthalt eine ambulante Weiterbehandlung beim Psychotherapeuten an.

Meine psychiatrischen Erfahrungen

Seit 1977 habe ich auf der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, früher Abteilung für Psychologische Medizin, im Ev. Krankenhaus Dortmund-Lütgendortmund, einem Allgemeinkrankenhaus, gearbeitet. Zum Jahresende 2006 habe ich gekündigt.

In der Psychiatrie, die auch für die psychiatrische Pflichtversorgung im Dortmunder Westen zuständig ist, werden akut psychisch erkrankte Erwachsene behandelt. Ich habe dort in allen drei Bereichen (stationär, Tagesklinik, Ambulanz) vor allem psychotherapeutisch, aber auch testdiagnostisch gearbeitet. Außerdem war ich zuständig für die praktische Ausbildung und Supervision von Diplom-Psychologen zu Psychotherapeuten während der klinischen Ausbildung.

Im Laufe dieser Zeit habe ich unter vier ärztlichen Leitern und mit sehr vielen ärztlichen und psychologischen Kollegen zusammengearbeitet. Die Unterschiedlichkeit der psychiatrischen und psychotherapeutischen Therapiekonzepte mit ganz verschiedenen Stärken und Schwächen ist mir gut vertraut. Dabei habe ich gelernt, dass es keine allgemeingültigen „richtigen“ Therapien gibt, sondern dass unterschiedliche Methoden bei verschiedenen Patienten erfolgreich, unwirksam oder schädlich sein können. Deshalb ist für mich das entscheidende Qualitätsmerkmal für eine Therapie nicht das Behandlungskonzept, die therapeutische Absicht, die normalerweise immer gut gemeint ist, sondern ob die Therapie dem Patienten tatsächlich hilft, dass es ihm durch die Therapie kurzfristig und auch auf Dauer besser geht.